Weihnachtsgeschenk

Finanzielle Spritze am Jahresende
Was mache ich mit Weihnachtsgeld oder Bonus?

Wenn Sie Weihnachtsgeld oder eine leistungsabhängige Prämie bekommen, dann dürfte sich Ihr Konto im Dezember freuen. Aber was macht man am besten mit dem Geld?

Etwas drei Viertel der Beschäftigten bekommen Sonderzahlungen, zu denen das Weihnachtsgeld oder leistungsabhängige Prämien gehören1. Natürlich darf und sollte jeder selber darüber entscheiden, was er mit seinem hart verdienten Geld anfängt. Aber es gibt doch immer wieder ein paar Dinge, die es zu beachten gibt. Das hängt ganz entscheidend davon ab, wie hoch der zusätzliche Geldsegen ist. Gerade bei leistungsabhängigen Vergütungen kann ganz erheblich sein.

Zunächst einmal nimmt sich in der Regel der Staat seinen Teil über den automatischen Abzug der Einkommensteteuer. Wieviel zunächst genommen wird, hängt von der Steuerklasse und dem Jahreseinkommen ab. Gegenenenfalls macht es Sinn, eine Steuererklärung zu erstellen, um zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen.

Über das, was übrig bleibt, gilt es eine Entscheidung zu fällen. Die grundsätzlichen Optionen sind:

Jahresbeiträge bezahlen

Im Januar flattern nur zu oft einige Rechnungen ins Haus über jährlich zu zahlende Ausgaben, z.B. für Versicherungen. Da nicht jeder diese immer im Blick hat, helfen die Kontoauszüge aus dem letzten Jahr, um die Größenordnung abschätzen zu können. Achtung jedoch: Auch Versicherungen werden von Jahr zu Jahr teurer. Da viele Versicherungen einen Zuschlag verlangen, wenn monatlich anstatt jährlich gezahlt wird, kann es sich durchaus rechnen diese Jahresbeiträge in Kauf zu nehmen.

Schulden tilgen

Gibt es Schulden, bleibt zu prüfen, ob eine Sondertilgung möglich ist. Wenn ja, dann gilt es zu prüfen, ob sie sich finanziell lohnt. Letzteres hängt von meiner Risikofreudikeit ab. Würde ich das Geld sicher in Staatsanleihen oder anderweitig festverzinslich bei der Bank anlegen, dann lohnt es sich, eine Sondertilgung vorzunehmen. Dies liegt daran, dass die Schldzinsen für den Kredit immer höher sind als die Zinsen für eine risikoarme Anlage. Habe ich noch einen sehr langen Anlagehorizont oder bin ich risikofreudiger, kann eine es jedoch finanziell sinnvoller sein, das Geld zu investieren.

Bar-Reserve anlegen

Eine Bar-Reserve in Höhe von drei Monatsgehältern (netto) kann kurzfristige oder unvorhergesehene Ausgaben decken, wie z.B. die Reparatur des Autos. Auch bei einer unvorhergesehenen Arbeitslosigkeit macht eine solche Bar-Reserve unabhängig. Typische Anlageformen sind Tagesgeldkonten oder Geldmarktpapiere mit sehr kurzer Laufzeit. Eine große Rendite wird man derzeit nicht bekommen, dafür ist das Geld aber immer verfügbar.

Investieren

Nach dem 3-Töpfe-Modell sollte man mit Finanzanlagen beginnen, sobald die Bar-Reserve angelegt ist. Der erste Topf in diesem 3-Töpfe-Modell ist genau die Bar-Reserve. Der zweite Topf dient der Finanzierung von absehbaren Ausgaben oder Investitionen. Er umfaßt in der Regel etwa ein Jahresnettogehalt und ist in risikoarme Wertpapiere investiert, wie z.B. Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen guter Bonität. Ist auch der zweite Topf gefüllt, dann macht es Sinn, über renditestärkere Anlagen – wie z.B. den A.IX Faktor Fonds – nachzudenken, die allerdings auch mit einem höheren Risiko einher gehen. Dieser dritte Topf dient dem Vermögensaufbau mit einem Zeithorizont über 5 Jahre.

Konsumieren

Natürlich kann man das Geld auch konsumieren. Gerade um die Weihnachtszeit ist das besonders verlockend. Insbesondere Menschen, die noch nicht so lange im Berufsleben stehen, haben oft eine lange Liste von Anschaffungen etc., die nur darauf wartet, abgearbeitet zu werden. Nichts desto Trotz empfehle ich jedem, sich das zweimal zu überlegen: Gerade wenn man jünger ist, rechnet sich ein Investment mehr. Lange Laufzeiten führen zu einem satten Zinseszinseffekt.

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