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Mehr Gewinne durch weniger Verluste

Erfolreiche Anleger versuchen nicht, durch geschickte Auswahl von Titeln den Markt zu schlagen. Sie begrenzen Verluste, wenn die Börse mal nicht so gut läuft.

Wenn die Märkte gut laufen, ist es gar nicht so schwer, erfolgreich zu investieren. Und am Ende des Tages kann man sich ärgern, dass man selber nur 10% Rendite im vergangenen Jahr erzielt hat, ein anderer aber 15%. Viel wichtiger ist etwas anderes:

Die Spreu trennt sich bei schlecht laufenden Märkten vom Weizen. Verliere ich 10% oder 20%?

Dann wird gerne folgende alte Börsenweisheit zitiert:

An der Börse kann man nur 100% verlieren, aber beliebig viel gewinnen.

Das ist richtig. Aber Gewinne und Verluste sind eben unterschiedlich viel Wert. Wenn ich einmal alles verloren habe, ist es egal, wieviel ich später gewinne: Ich bleibe auf Null. Wenn ich 50% verloren habe, muß ich mein verbleibendes Kapital verdoppeln, also um 100% steigern, um den Verlust auszugleichen. Wenn ich 10% verliere, muss ich erst um 11,1%, wenn ich 20% verliere schon um 25% wachsen, um den Verlust auszugeleichen.

Das ist einfache Prozentrechnung, aber nicht immer intuitiv und geht im Alltag oft verloren. 

Falle %-Rechnung

So wird das Chart gelesen: Suchen Sie sich einen möglichen Verlust auf der X-Achse. Auf der Y-Achse finden Sie dann den Gewinn, den Sie machen müssen, um den Verlust zu kompensieren. Beispiel: Ein Verlust von 20% erfordert eine darauf folgende Performance von 25%, um kompensiert zu werden. 

Jeder Prozent-Punkt vermiedener Verlust ist mehr Wert als ein Prozentpunkt höherer Gewinn. Es ist also ratsam, sich darauf zu fokussieren, die Verluste zu minimieren und dennoch bei den Gewinnen dabei zu sein.

Dabei möchte ich gar nicht für risikoarme Anlagen plädieren: Ganz unabhängig von Ihrem Risikoprofil sollten Sie aktives Vormögens-Management nicht über "outperformance" in guten Zeiten messen, sondern über die Fähigkeit, Verluste in schlechten Zeiten zu vermeiden. Wenn Ihr Portfolio-Manager das hinbekommt, ist eine Outperformance nur eine Frage der Zeit.

Das heißt aber auch, dass eben die üblichen Risikomaßstäbe nicht geeignet sind, einen aktiven Manager zu bewerten: Sie sind typischerweise symmetrisch, wenn es um Gewinne und Verluste geht. Gefragt sind Risikogrößen, die unsymmetrisch sind, wie z.B. der Sortino-Ratio oder der Maximalverlust.

Simulation und Praxistest

Active Indexing in der Simulation

Intelligente Anlagestrategien versuchen nicht, einen Index zu schlagen, sondern handeln in unterschiedlichen Marktphasen anders als der Index.

Wir haben das einmal für die Active Indexing-Strategie des A.IX Faktor Fonds durchgerechnet und simuliert: Was wäre passiert, wenn man schon Anfang 2001 mit der Strategie des Fonds investiert hätte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 9,3% pro Jahr von 2001 bis Ende 2016

Wie konnte die Active-Indexing-Strategie den Welt-Aktien-Index derart überragen? Durch weniger Verluste.

  1. Weniger Verluste in schlechten Phasen
    Während der MSCI World mehr als 45% seines Wertes zwischendurch verliert, kann die Active Indexing-Strategie den Maximalverlust bei knapp 11% halten.
  2. Anständige, wenn auch nicht überdurchschnittliche Gewinne in guten Phasen
    Der MSCI World-Index kann insbesondere ab 2011 einen Teil der Verluste gegenüber der Strategie aufholen. Bei weitem aber nicht alles.

Wie kann ich mir das zu Nutze machen?

Für langfristige Zeiträume von 5 Jahren und mehr kann ich damit rechnen, eine anständige Rendite zu machen, wenn auch manchmal unter der Rendite einer reinen Aktienanlage. Bei einer reinen Aktienanlage  muss ich damit rechnen, dass ich auch über 5 Jahre durchaus negative Entwicklungen habe. Dann darf ich nicht auf mein Vermögen angewiesen sein.

Hier sehen Sie, dass die Active Indexing-Strategie in der Simulation immer solide "aktienartige" Renditen erreicht hat: über 6% p.a. für alle denkbaren 5-Jahreszeiträume zwischen 2001 und 2016. Das Diagramm zeigt wie stabil die simulierten Renditen waren, wenn man 5 Jahre Anlagehorizont mitgebracht hat.

Weniger Schwankungen:
Rollierende 5-Jahres-Renditen (p.a.)

So wird das Chart gelesen: In den 5 Jahren von 2006 bis 2010 hat das Simulationsmodell eine jährliche Rendite von 10,5% und der MSCI World Aktien-Index eine von 0,4% erreicht.

Wie wird das in der Zukunft aussehen? Ganz ehrlich: Keiner weiß es. Historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Performance.

Der Kernfrage, die sich jeder stellen sollte: Erwarte ich anhaltende Bullenmärkte, also weiter positiv verlaufende Entwicklungen: Dann bin ich mit einer Index-orientierten Anlage kostengünstig und gut dabei. Rechne ich mit wiederkehrenden Bärenmärkten, also schlechte laufenden Märkten mit sinkenden Preisen, kann ich dann nicht so investiert sein, dass ich weniger Verluste machen als andere?

Denn: Wer weniger verliert, muss auch weniger aufholen.

  • Ein fester Betrag wird am 29.12.2000 eingelegt. Es erfolgen keine weiteren Ein- oder Auszahlungen. Dividenden werden wieder angelegt.
  • Produkte werden zum Monatsendkurs gekauft/verkauft. Ein Handelsspread bleibt unberücksichtigt.
  • Transaktionskosten werden vereinfachend mit 10 Basispunkten angenommen.
  • Es wird eine Verwaltungsgebühr von 70 Basispunkten erhoben - wie beim A.IX Faktor Fonds.
  • Sollte zu einem früheren Zeitpunkt ein heute in der Anlagestrategie vorgesehener ETF noch nicht aufgelegt sein, so wird der dem ETF zu Grunde liegende Index herangezogen und um eine Tracking Difference angepasst. Es wird angenommen, dass der Kurs des ETF sich in der Vergangenheit mit derselben Abweichung zum Basisindex entwickelt hätte, wie seit Auflage des ETF (d.h. konstante Tracking Difference).
  • Vereinfachend wurde angenommen, dass die Performance der Staatsanleihen durch den Fonds „Vanguard EUR Gov Bond Index“ hinreichend genau approximiert wird.
  • Vereinfachend wurde angenommen, dass vor August 2008 statt Geldmarktinstrumenten ein Barbestand mit Zinssatz 0% gehalten wurde.

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