7 Mythen der Aktienanlage

"Aktien? Komm, hör mir auf damit." So höre ich es oft. Leider sind es oft Vorurteil und Mythen, die Menschen von Aktien fernhalten. Hier meine Meinung zu 7 der häufigsten Mythen:

Aktien sind nur etwas für Spekulanten

Das ist nicht richtig, sondern vielleicht ein Eindruck, den man bekommen kann, wenn man sich die vielen "heißen Tipps" im Internet oder der Presse anschaut. Aktien sind aber insbesondere eine langfristige Geldanlage. Jeder siebte Deutsche über 14 Jahren besitzt Aktien oder Aktienfonds.

Für Aktien muß man Finanzprofi sein

Dem Privatanleger stehen mittlerweile über ETF und andere Fonds fast alle Wege zur Anlage in Aktien zur Verfügung und damit auch alle Türen offen. Allerdings sollten Privatanleger anders Investieren als Finanzprofis: Für Privatanleger kommt es darauf an, keine Fehler zu machen: Breit streuen, Kosten reduzieren, die Strategie nicht zu oft wechseln etc., während Finanzprofis oft mit Hilfe von Analysen versuchen, z.B. den Markt zu schlagen. 

Für Aktien-Investments habe ich zu wenig Vermögen

Investieren kann man mittlerweile bei vielen Brokern ab 50 oder 100 Euro. Ein großes Vermögen ist also nicht notwendig. Allerdings sollte der Kleininvestor stark auf Kosten achten: Online-Depots ohne Depotführungsgebühren und möglichst kleinen Transaktionskosten sind insbesondere für kleine Anleger wichtig.

Der Niedrigzins geht vorbei

Dahinter steckt der Gedanke, dass man die seit Mitte 2012 andauernde Phase niedrigster oder gar negativer Zinsen bald zu Ende gehen müsse und man sie aussitzen könne. Banken bereiten sich darauf vor, dass es noch einige Jahre niedrige Zinsen geben wird. Allerdings müssen wir damit Rechnen, dass die Inflation 2017 wieder kräftig ansteigt und bei ca. 1,5% landen wird. Das heißt, dass die realen Zinsen (also nach Inflation) durch die Inflation alleine noch weiter fallen werden.

Rendite gibt es nur mit Risiko

Das ist grundsätzlich richtig: Rendite und Risiko sind eng miteinander verbunden. Mit Aktienanlagen geht der Anleger ein Risiko ein. Was viele aber nicht bedenken, dass sich das Risiko über Zeit reduziert: Je länger man anlegt, desto größer ist die Chance, dass Kursverluste durch Kursgewinne wieder kompensiert werden. Schaut man sich z.B. den DAX an, dann stellt man fest, dass die Wahrscheinlichkeit Verluste zu machen , mit der Anlagedauer stark sinkt.

Bis zur Rente ist es noch lange

Das ist natürlich bei jedem anders. Aber eines ist für alle gleich: Je früher Sie anfangen zu investieren desto einfacher wird es. Leider treffen hier zwei menschliche Eigenschaften aufeinander: der Hang Entscheidungen zu verschieben und das Unterschätzen von Zinseszins-Effekten. Eine Tabelle in diesem Blog-Post zeigt, wie viel Sie sparen müssen, um Ihre Rente um 100 Euro pro Monat aufzubessern.

Am sichersten Investiert man in Deutschland

Das ist leider eine weit verbeiterer Irrtum. In der Wissenschaft wird das "Home-Bias" genannt. Nur weil wir in der Regel besser über unsere Umgebung informiert sind, heißt das nicht, dass es besser ist, nur hier zu investieren. Ganz im Gegenteil: Man sollte möglichst breit streuen. Seit Mitte der 1980er-Jahre in Japan die Börsenblase geplatzt ist, ist hat das Land eine starke wirtschaftliche Rezession durchgemacht. Wer als Japaner nur in Japan investiert hatte, wurde doppelt getroffen: Die Kurse haben sich seitdem nicht erholt und gleichzeitig lief die Wirtschaft nicht gut.

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