ETF: Exchange traded Fund

Mit Checkliste und ETF-Finder zum selbständigen Investment
Wie erstelle ich meine eigene ETF-Strategie?

Wer langfristig investieren und dabei auf ETF setzen will fragt sich schnell „Welche ETF-Strategie ist richtig für mich“ und „Wie treffe ich die richtige ETF-Auswahl“? Die Auswahl ist so groß – unsere Checkliste klärt Dich umfassend auf, damit Du erfolgreich investieren kannst, mit Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene. Mit dem interaktiven ETF-Finder schaffst Du Dir schnell einen Überblick!

Wie Du Deinen Weg findest

Du willst mit ETF investieren, weil sie geringe Kosten bieten, Liquidität ermöglichen und gleichzeitig langfristig schwer zu schlagen sind?

Der erste Schritt ist getan, doch die Auswahl der oder des richtigen ETF ist die größte Hürde: Es gibt nicht die eine, allgemeingültige Lösung, die auf jede und jeden passt. Damit Du aber für Dich einen individuellen Plan erstellen kannst, teilen wir in diesem Artikel unsere Erfahrung mit Dir und geben Dir eine Checkliste sowie unseren interaktiven ETF-Finder an die Hand.

ETF steht für "Exchange traded fund". Das sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden und nicht über die Fondsgesellschaft gekauft oder verkauft werden. Die wesentliche Eigenschaft, die sie attraktiv machen, fehlt im Namen: Sie bilden (in aller Regel) Indizes ab. Ein Index fasst viele Wertpapiere einer Gattung zusammen, z.B. der DAX die Entwicklung großer deutscher Aktien. Der Fonds kauft dann die Aktien des DAX im vom Index vorgegebenen Verhältnis ein.

Wenn Du Dich für ETF entscheidest, wirst Du es getan haben, weil Du passiv investieren möchtest: Du kaufst einen ETF, um ihn langfristig im Portfolio zu behalten. Auch wenn ETF jederzeit an der Börse gehandelt werden können, so seien laut Erfinder der Indexfonds, John Bogle, die allzeitige Handelbarkeit der ETF ein Fehler, der die Börsen durch unnötiges Hin und Her und nicht die Investoren reich machen würde. Wohl ganz im Sinne von John Bogle jedoch werden ETF weiterhin hauptsächlich für "Kaufen-und-lange-Halten"-Investments eingesetzt.

In diesem Artikel zeigen wir Dir: Welche Anlageklassen für Dein Portfolio wichtig sind, wie Du die richtige Auswahl der ETF-Region triffst, was Du trotz geringen Kosten beachten solltest und welchen Anteil Deines Vermögens Du investieren solltest.

Welche Hauptanlageklassen relevant sind

Einen Hinweis, warum mehrere Anlageklassen für Dich in Frage kommen, ergibt ein Blick auf die Verteilung des Vermögens auf Anlageklassen in Deutschland.

Ein Großteil des Vermögens ist nicht in Finanzanlagen gebunden, sondern besteht aus Grund, Wohnhäusern, kleinen Unternehmen und wird nicht an Finanzmärkten gehandelt. Je weiter ein Land sich Richtung Marktwirtschaft entwickelt, desto größer wird der Anteil des Vermögens in Finanzanlagen. Diese können einfach gehandelt werden. 

In Deutschland waren lt. Credit Suisse Global Wealth Databook im Jahr 2017 ca. 57% des Vermögens gebunden und nicht an Finanzmärkten handelbar und ca. 43% des Vermögens in Bar- und Tagesgeld oder Sparbüchern (Geldmarkt) oder in handelbaren Finanzanlagen gebunden. 

ETF können nur die zweiten Vermögenswerte im Geldmarkt und in Finanzanlagen widerspiegeln. Das teilt sich wie folgt auf:

Hauptanlageklassen

HauptanlageklasseGeschätzter Anteil
in Deutschland 2017
Geldmarkt39,4%
Anleihen29,2%
... davon Staatsanleihen17,6%
... davon Unternehmensanleihen11,6%
Aktien27,1%
Immobilien (Finanzmärkte)3,4%
Rohstoffe/Commodities0,9%
Quellen: R. Doeswijk, T. Lam, L. Swinkels, "Historical Returns of the Market Portfolio", S. 542, The Review of Asset Pricing Studies, Volume 10, Issue 3, October 2020. Global wealth databook 2019, Credit Suisse Research Institute, S. 148ff.

Damit ist klar: Auch wenn ETF oft mit Aktien in Verbindung gebracht werden, sind Anleihen und Aktien die zwei großen Hauptanlageklassen für ETF. Daneben gibt es noch Rohstoffe1 und Immobilien. Außerdem hält der ETF-Markt ein kleines Segment nicht zuordenbarer ETF bereit, die im Wesentlichen aus mehreren der o.g. Anlageklassen zusammengesetzt sind. Das sind sogenannte "Multi-Asset-ETF".

Für den Start solltest Du Dich auf Aktien und Anleihen fokussieren.

Ziele für Deine eigene Strategie definieren: Von Innen nach Außen

Du siehst also, sowohl der Geldmarkt als auch der Anleihenmarkt sind für Finanzinvestoren von großer Bedeutung. Wenn Du Deine ETF-Strategie entwickelst, solltest Du Dich also auch nicht nur auf Aktien beschränken, sondern zumindest die relevanten Anlageklassen berücksichtigen.

Meine Empfehlung ist, "von Innen nach Außen" vorzugehen:

  • Die erste, "innerste" Entscheidung ist die Aufteilung Deines Investments auf verschiedene Anlageklassen, wie z.B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffe.
  • Die nächste Entscheidung ist die Unterteilung der Anlageklasse. Bei Aktien z.B. nach Gewichtung des Index, Regionen, bei Anleihen z.B. nach Staats- und Unternehmensanleihen.
  • Dann erst solltest Du über den Index nachdenken, der die entsprechende Anlageklasse abbildet. Der Index schränkt jetzt bereits stark die Auswahl möglicher ETF ein.
  • Schließlich kannst Du noch technische Aspekte oder Kosten bei der weiteren Einschränkung der ETF berücksichtigen.

So gehst Du automatisch ganz systematisch vom Generellen zum Speziellen vor, eben von Innen nach Außen.

Mit der Checkliste zu Deiner ETF-Strategie

Die richtige Mischung macht es. Nutze unsere praktische Checkliste, um Deine Mischung festzuhalten und so zu Deinem individuellen Portfolio zu kommen.

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Schritt 1: Deine ETF-Anlageklassen

ETF werden zwar oft mit Aktien in Verbindung gebracht, aber ETF bilden die ganze Palette der relevanten Anlageklassen ab: angefangen beim Bargeld, über Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und eben Aktien. Unterkategorien haben wir oben aufgelistet. Auch diese gibt es bei ETF. Wichtig beim Aufbau eines Portfolios ist die richtige Mischung der Anlageklassen.

Beachte dabei, dass die einzelnen ETF in einer Hauptanlageklasse nicht die gleichen Eigenschaften haben. Sie bilden oft nur einen bestimmten Teil der Hauptanlageklasse ab und das auch noch auf eine bestimmte Art und Weise. Daher gliedern wir die Hauptanlageklassen weiter. Es gibt mehrere Arten das zu tun, hier ein Beispiel:

Weitere Unterteilung der Hauptanlageklassen

Hauptanlageklasse UnterkategorieDifferenzierung
AktienKapitalgewichtet
FaktorgewichtetUnterscheidung nach Faktor
ESG-gewichtet
Sektor-AuswahlUnterscheidung nach Sektor
Gleichgewichetet
...
AnleihenStaatlich
Unternehmen
Gemischt
Besichert
GeldmarktStaatlich
Banken
Unternehmen
RohstoffeGestreut
MetalleGold, Silber, ...
Commodities
Sektor-bezogenUnterscheidung nach Sektor,
z.B. ohne Landwirtschaft
Immobilien
Eine mögliche Grobeinteilung der Anlageklassen, so wie wir sie für die an der XETRA-Börse gehandelten ETF und ETC (für Rohstoffe) vornehmen.

Die Anlageklassen haben dabei sehr unterschiedliche Eigenschaften, insbesondere was die Rendite-Erwartung und das Risiko angeht. Dabei versteht man unter Risiko die kurzfristige Abweichung von der langfristigen Rendite-Erwartung.

Wir schauen uns das gleich etwas genauer an. Bevor wir aber in die Tiefe steigen, möchte ich Dich bitten, Dir folgende Fragen ehrlich zu beantworten:

Beantworte folgende Fragen für Dich:

  • Welche Ziele verfolge ich mit einem Investment?
  • Wie lange soll mein Geld gebunden werden?
  • Welches Risiko bin ich bereit, einzugehen?

Aktien – Performance und Risiko

Mit Aktien investierst Du direkt in Unternehmen und nimmst an deren Wertveränderung teil, im positiven wie im negativen Sinn. Da viele Unternehmen jedoch Werte schöpfen, nimmst Du auch an deren Wertschöpfung teil.

Langfristig bieten Aktien höhere Renditen als Anleihen. Je nach Aktienmarkt waren in den letzten 10 Jahren ca. 9% bis 16% Rendite pro Jahr drin. Allerdings kommt mit den Aktien auch das höchste Risiko. 

In denselben 10 Jahren sind Aktien zwischenzeitlich (in der monatlichen Betrachtung) auch einmal zwischen 15% und knapp 30% gefallen. Man muss also aushalten können, dass schon einmal der Wert der Aktien um 1/3 zurückgeht. Bei großen Crashs kann es deutlich mehr sein: Der DAX verlor zur Finanzkrise zeitweise zwei Drittel seines Wertes.

Daher gilt: Aktien sind für langfristige Anleger: Du solltest für länger als fünf Jahre investieren wollen. Je länger Du Aktien hältst desto unwahrscheinlicher wird es, dass Du Verluste machst!

Anleihen – moderate Rendite und relative Sicherheit

Mit Anleihen investierst Du nicht in Unternehmen, sondern gibst ihnen – oder Staaten – einen Kredit. Im Gegenzug erhältst Du Zinsen (den sogenannten Coupon) und am Ende der Laufzeit den Kreditbetrag zurück. Du nimmst nicht direkt am Erfolg des Unternehmens – oder Staates – teil, stellst ihm aber Geld zur Verfügung.

Entsprechend sind die zu erwartenden Renditen geringer als bei Aktien. Allerdings sind auch die Risiken geringer: Unternehmen können bankrott gehen und möglicherweise ihre Schulden nicht zurückzahlen. Auch Staaten können entscheiden, ihre Schulden nicht zu bedienen.

Kursschwankungen bei Anleihen gehen auf sich ändernde Einschätzungen zurück, dass die Anleihen zurückgezahlt werden und – das wird gerne übersehen – auf alternative Anlange. Wenn z.B. die Zinsen steigen und andere Unternehmen oder Staaten höhere Zinszahlungen anbieten, wird der Kurs laufender Papiere sinken.

In den letzten Jahren waren die Renditen von Anleihen insbesondere in Europa sehr mager, teils negativ. In den letzten 10 Jahren lag die jährliche Rendite bei 1% p.a. oder weniger.

Aktien oder Anleihen? Warum Du auf gemischte Portfolios setzen solltest

Aktien sind langfristig die Renditebringer, aber auch am riskantesten. Anleihen sind sicherer, haben aber insbesondere in der aktuell niedrigen Zinsphase anders als in der Vergangenheit nur eine geringe Renditeerwartung. Dies gilt für Staatsanleihen noch stärker als für Unternehmensanleihen.

Der Vorteil eines gemischten Portfolios ist, dass Kursverluste z.B. bei Aktien durch Gewinne bei Anleihen aufgefangen werden können. 

Tatsächlich gelingt das nur, wenn Aktien und Anleihen "antikorreliert" sind, sich also zumindest tendenziell die Kurse in entgegengesetzte Richtungen bewegen. Das ist historisch nicht immer der Fall gewesen, hat sich aber seit dem Jahr 2000 recht gut etabliert.

Schritt 2: International ist Trumpf – doch wie?

Der Vorteil einer Investition in ETF ist die einfache breite Streuung Deines Investments: Du investierst indirekt in sehr viele einzelne Unternehmen. Damit reduzierst Du Dein Risiko, nimmst aber weiterhin an der Entwicklung des gesamten Marktes teil.

Wir bei A.IX Capital sind große Freunde davon, auch international zu streuen. So bist Du nicht allein von der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, Europa oder den USA abhängig.

Die Entscheidung, welche Region Du mit abdeckst, beeinflusst Dein Risiko und Deine Rendite. Da viele Aktienindizes auch zwischen entwickelten Märkten und Schwellenmärkten unterscheiden, solltest Du auch diese berücksichtigen. Schwellenmärkte gibt es insbesondere in Asien und Amerika. Verglichen mit entwickelten Märkten sind Schwellenmärkte riskantere Anlagen kommen aber auch mit höheren Chancen.

Beachte insbesondere bei Anleihen, die nicht in Euro herausgegeben werden, auch das Währungsrisiko.

Schritt 3a: ETF auswählen – die richtige Basis

Wenn die Frage der Anlageklassen sowie ob breit oder spezifisch geklärt ist, müssen nur noch die dazu passenden ETFs ausgewählt werden.

Eine Liste aller an der deutschen XETRA-Börse gehandelten ETF gibt es auf der XETRA-Website unter Instrumente > ETFs und ETPs > Produkte. Am Seitenende findest Du einen Link zum Download einer Excel-Tabelle mit dem Titel "Alle handelbaren ETFs und ETPs". Ende April 2021 waren das 1.592 ETF und 167 ETC (Rohstoffe und Metalle).

Bei der großen Zahl der möglichen ETF (Vergleich: DAX plus MDAX plus TecDAX sind gerade einmal 120 Aktienwerte) fällt die Auswahl nicht leicht.

Der interaktive ETF-Finder

Wir katalogisieren daher regelmäßig alle neuen ETF in der Liste. Du kannst hier in der Grafik nach den ETF suchen, die zu Dir passen. Klicke auf die Bereiche, in die Du hereinzoomen möchtest:

Alle Xetra-ETF und ETC Status 01.06.2021

Zum Vergrößern klicken

Details werden angezeigt, wenn die Maus über die individuellen ETF fährt.

Herausgeber
ISIN/WKN/
Ticker
Lfd. Kosten
Ausschüttung
Replikation
Max. Spread
Währung/
Verwaltetes Vermögen
Orderbuch-Umschlag
Gelistet seit

Die Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Die Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Beantworte folgende Fragen für Dich:

  • Wie viele Titel enthält der Index? Ist er klein (z.B. weniger als 100 Titel) oder breit gestreut (über 100 Titel)?
  • Wie ist der Index gewichtet? Die meisten Indizes basieren ihre Gewichte auf der Marktkapitalisierung, also der Höhe des gesamten Investments in einen Titel.
  • Möchtest Du Anpassungen machen, z.B. bestimmte Faktoren oder Ausschlusskriterien berücksichtigen?

Schritt 3b: ETF auswählen – die wichtigen technischen Unterschiede

Neben dem abgebildeten Index sind möglicherweise einige technische Dinge relevant. Ich möchte Dich hier vor allem auf die unterschiedlichen Arten hinweisen, wie ETF Indizes abbilden.

Full replication

Full replication oder in Deutsch „vollständige Replikation“ ist die am einfachsten zu erklärende Variante: Der ETF bildet den gekauften Indextitel in der gleichen Gewichtung eins-zu-eins nach.

Der Vorteil der vollständigen Replikation ist eine realistische Abbildung des Index. Die gehaltenen Wertpapiere sind bei ETF (nicht bei ETC) Sondervermögen, d.h. selbst bei einer Insolvenz des Herausgebers bleiben sie geschützt und kommen nicht in die Insolvenzmasse.

Ein Nachteil ist, dass relativ viele Wertpapiere gehandelt werden müssen, z.B. wenn der Index umgewichtet wird, oder der Fonds wächst. Das erzeugt Kosten. Diesen Kostennachteil kompensieren einige Herausgeber von ETF durch Einnahmen aus der sogenannten Wertpapierausleihe: Sie leihen institutionellen Anlegern gegen eine Gebühr die eigenen ETF aus. Dies aber erzeugt dann oft wieder ein zusätzliches Risiko: Die Gegenpartei könnte aus unvorhergesehenen Gründen nicht in der Lage sein, die Wertpapiere zurückzugeben.

Optimized

Als optimiertes Sampling wird bezeichnet, wenn nicht alle Indextitel gekauft werden, sondern nur ein repräsentativer Teil. So können Verwaltungskosten reduziert werden. Die repräsentativen Indextitel werden dabei so zusammengestellt, dass die Abbildung des Risikos und der Rendite des echten Index möglichst nachkommt. So können auf lange Sicht Abweichungen bei der Wertentwicklung auftreten. Dadurch, dass im ETF weniger Wertpapiere als im echten Index sind und somit weniger Transaktionskosten anfallen, werden Abweichungen ausgeglichen.

Auch kommt das optimierte Sampling oft bei Indizes zum Einsatz, deren Bestandteile am Markt nicht immer oder schnell verfügbar sind. Dies ist insbesondere bei eher exotischen Indizes oder in Schwellenländern der Fall, in denen es Marktzugangsbeschränkungen geben kann.

Swap-based

Auch oft „synthetischer ETF“ genannt, bildet der ETF dieser Form nicht alle bzw. einen repräsentativen Teil des entsprechenden Indextitels ab. Teile des ETFs dürfen auch Wertpapiere enthalten, die nicht im gekauften Indextitel vorhanden sind – sie müssen lediglich die gleiche Wertentwicklung aufweisen. Der „Tausch“-Partner („swap“ in Englisch = Tausch), in der Regel die Investmentbank, muss dies tagesscharf garantieren.

Diese Art kommt bei exotischen Märkten vor, wenn eine direkte Nachbildung nicht so gut möglich ist, z.B. weil die Papiere nicht liquide genug sind, sodass der Fonds sie nicht direkt kaufen kann. In entwickelten Märkten ist es eine Möglichkeit, um Kosten zu sparen.

Beantworte folgende Fragen für Dich:

  • Wie wägst Du Kostenvorteil gegen Sicherheit ab?
  • Wie wichtig ist Dir, dass der Fonds, in den Du investierst, als Sondervermögen gehandhabt wird und so bei Zahlungsunfähigkeit des Fondsanbieters geschützt ist?
  • Welcher Vermögensverwalter oder welche Bank steht hinter dem Herausgeber des Fonds?

Kostenquoten bei ETFs – ETF kaufen, was kostet das?

Kosten entstehen einmalig beim Kauf und als laufende Kosten, die sogenannte „Gesamtkostenquote“. Sie wird am Ende des Jahres mit der Rendite des ETF gegengerechnet - sie fällt in der Regel sehr gering aus. Trotzdem ist ein Blick auf diese Quote vor dem Kauf wichtig. Sie unterscheidet sich je Anlageklasse und Markt und kann zwischen ca. 0,05% p.a. und 1,2% p.a. für einige Rohstoffe liegen.

Bei Kauf entstehen die Kosten auf zwei Arten:

  • Deine Bank/Dein Broker erhebt ggf. eine Transaktionsgebühr, die oft an der Höhe des Umsatzes festgemacht wird. Dabei gibt es in der Regel auch eine Mindest- und Höchstgebühr. Diese Gebühr hat mit dem ETF nichts zu tun und soll die Transaktionskosten abdecken.
  • Tatsächlich gibt es nicht einen Kurs für den ETF, sondern einen Geld- und einen Brief-Kurs. Du kaufst zum Geldkurs und verkaufst zum Briefkurs. Dazwischen liegt der sogenannte „Spread“.

Die laufenden Kosten entstehen regelmäßig und decken den Aufwand des Herausgebers des ETF ab. Sie werden in Prozent pro Jahr berechnet und regelmäßig dem ETF entnommen. Du bekommst also keine „Rechnung“, sondern der ETF entwickelt sich um den entsprechenden Betrag schlechter als er ohne Kosten laufen würde. Das wiederum heißt: Wenn Du Dir die Entwicklung in der Vergangenheit anschaust, sind dort auch schon die laufenden Kosten berücksichtigt.

Unsere Tipps:

  • Langfristig spielen die Transaktionskosten eine geringe Rolle. Schließlich willst Du kaufen und dann möglichst viele Jahre nichts machen.
  • Achte also auf die laufenden Kosten, die regelmäßig anfallen. Bedenke aber auch, dass bei den teilweise sehr geringen ETF-Kosten die Unterschiede zwischen den ETF sehr gering sind, teilweise nur 0,01% pro Jahr. Dann spielen noch andere Kriterien eine Rolle.
  • Gib beim Kauf und Verkauf ein "Limit" an, also einen Preis, den Du höchstens zahlen möchtest bzw. den Du mindestens bekommen möchtest. Damit hast Du Kontrolle über den tatsächlichen Preis. Allerdings wird Deine Order auch nur ausgeführt, wenn sie Dein Limit realisieren lässt.

Einmal ETF kaufen oder ETF-Sparplan?

Wer noch nicht gespart hat, muss damit anfangen. Ohne Moos nichts los. Wenn Du nicht auf Deinem Giro- oder Tagesgeldkonto sparst, kannst Du aber sofort vom Cost-Averaging-Effekt profitieren. 

Dadurch, dass Fonds-Preise schwanken, kaufst Du bei sinkenden Kursen mehr Anteile, bei steigenden Kursen weniger Anteile. Langfristig sinkt so der Durchschnittspreis Deiner Anlage, da Du mehr Anteile bei niedrigen Preisen kaufst.

Wenn Du schon etwas gespart hat, gibt es zwei Möglichkeiten für Dich:

  1. Du investierst sofort den ganzen Betrag und nimmst ab Tag 1 an der Kursentwicklung teil. Wenn Du mit kurzfristig steigenden Kursen rechnest, ist das der richtige Weg für Dich. Je größer die kurzfristige Kurssteigerung ist, desto mehr profitierst Du.
  2. Du investierst in bis zu sechs gleich großen Schritten. Sollte der Kurs zwischenzeitlich fallen, kannst Du günstiger nachkaufen. Das ist der richtige Weg, wenn Du Dir nicht klar bist, ob es kurzfristig nach oben oder unten geht. Je größer die Schwankungen sind, desto mehr profitierst Du.

Wenn Du kurzfristig mit fallenden Kursen rechnest, dann warte noch ab. Aber pass auf: So manch einer hat beim Warten die größten Kurssprünge nach oben verpasst.

Den Cost-Averaging-Effekt richtig nutzen

  • Hast Du eine klare Meinung über die Kursentwicklung an der Börse in den nächsten 6 Monaten?
  • Wenn ja, was sind die Gründe für Deine Erwartung?
  • Was macht Dich sicher, dass die Gründe innerhalb der nächsten 6 Monate greifen werden?

Vermeide den größten Fehler aller Investoren

So, jetzt bist Du an der Reihe! Wie sieht Deine persönliche ETF-Strategie aus? Mit unserer praktischen Checkliste kannst Du Dir sofort klar darüber werden, ob Du alle Kernfragen geklärt hast! Dann bist Du auf dem richtigen Weg zur finanziellen Selbstbestimmung!

Was ist der größte Fehler, den Du machen kannst (und den übrigens leider auch der häufigste Fehler aller Investoren)? Nicht zu investieren. Glaubst Du nicht? Schau Dir die (zugegebenermaßen hypothetische) Geschichte von Thomas an. Dann siehst Du warum!

Checkliste für Deine persönliche ETF-Strategie

Die richtige Mischung macht es. Nutze unsere praktische Checkliste, um Deine Mischung festzuhalten und so zu Deinem individuellen Portfolio zu kommen.

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